IG Metall Celle-Lüneburg
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24.06.2019, 10:06 Uhr

Jahrespressekonferenz 2019

Die IG Metall wächst - Metall-Tarifabschluss kommt an

  • 23.01.2019
  • Aktuelles

Die IG Metall hat im letzten Jahr Mitglieder dazugewonnen - weil sie Zukunft im Sinne der Beschäftigten gestaltet. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war die Metall-Tarifrunde. 260.000 Beschäftigte nutzen ihre neuen Wahlmöglichkeiten bei der Arbeitszeit. Dieses Jahr packt die IG Metall die digitale Transformation an.

Die Jahrespressekonferenz der IG Metall

133.165 neue Mitglieder sind im Jahr 2018 in die IG Metall eingetreten, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Die IG Metall hatte am Jahresende 2,271 Millionen Mitglieder - nach Abzug der Austritte und Sterbefälle knapp 8000 mehr als im Vorjahr. Insbesondere bei ihren Mitgliedern in den Betrieben konnte die IG Metall zulegen - auf 1,587 Millionen. Das gab die IG Metall auf ihrer Jahrespressekonferenz bekannt.

"Die sehr gute Mitgliederentwicklung zeigt: Es gibt keinen unumkehrbaren Zeitgeist des Schrumpfens von Großorganisationen", erklärt Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall. "Im Gegenteil: Weil wir als Gestalter einer guten Zukunft erkennbar sind und die Vielfalt der Arbeitsbedingungen und Lebensentwürfe der Menschen anerkennen, sind wir attraktiv."


260.000 wollen mehr freie Tage statt Zusatzgeld

Ein wichtiger Impuls für die Eintritte in die IG Metall war die erfolgreiche Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. 1,5 Millionen Beschäftigte haben mit Warnstreiks dafür Druck gemacht. Neben 3,4 Prozent mehr Entgelt und einem neuen jährlichen tariflichen Zusatzgeld hat die IG Metall auch neue Wahlmöglichkeiten für die Beschäftigten bei ihrer Arbeitszeit durchgesetzt: Beschäftigte können nun auf eigenen Wunsch vorübergehend kürzer arbeiten. Beschäftigte, die Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder Schicht arbeiten, können zudem statt zusätzlichem Geld acht zusätzliche freie Tage im Jahr frei nehmen.

Die neuen Optionen bei der Arbeitszeit kommen gut an bei den Beschäftigten. 260.000 Beschäftigte haben für dieses Jahr die acht Tage beantragt. Davon werden trotz hoher Auslastung der Betriebe auch 93 Prozent genehmigt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der IG Metall in 2600 Betrieben.

"Dass diese Tarifregelung so von den Beschäftigten angenommen wird, zeigt, was Tarifpolitik gesellschaftlich bewegen kann", meint Hofmann. "Mit dem Tarifergebnis haben wir mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit durchgesetzt und damit ganz konkret die persönliche Lebenssituation für Tausende verbessert."

IG Metall packt Klimawandel und digitale Transformation an

Die IG Metall sieht 2019 große Herausforderungen auf die deutsche Wirtschaft zukommen durch drohende Handelskonflikte, die Auswirkungen des Brexit sowie die Gestaltung der zukünftigen Mobilitäts- und Energieentwicklung.

Insbesondere die Automobilindustrie sieht die IG Metall in einer schwierigen Situation. Durch die neuen europäischen Klimaziele könnten mehr als 150.000 Arbeitsplätze wegfallen. Bis zu 40.000 neue Arbeitsplätze könnten entstehen, wenn alle Komponenten der Elektromobilität in Deutschland gefertigt würden. Dazu brauche es jedoch Investitionen in neue Wertschöpfung, neue Arbeitsplätze durch klimafreundliche Produkte und in die notwendige Infrastruktur.

Im Jahr 2019 will die IG Metall die digitale Transformation in den Fabriken und Büros praktisch anpacken und im Interesse der Beschäftigten gestalten. Mit der Erstellung eines "Transformationsatlas" wird sich die IG Metall in den kommenden Monaten einen detaillierten Überblick verschaffen und eine Strategie entwickeln. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt ist das Thema Künstliche Intelligenz. Ziele der IG Metall sind eine realistische Folgenabschätzung, eine breite Qualifizierungsoffensive und gute Betriebsvereinbarungen für neue Arbeitsformen wie agile Projektarbeit "Die Profite der Digitalisierung müssen in gute Arbeit investiert werden. Denn wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft in Digitalisierungsgewinner und Verlierer gespalten wird", macht Hofmann klar. "Dazu brauchen wir ein Recht auf Weiterbildung für alle, eine faire Verteilung des Arbeitsvolumens und selbstbestimmte Arbeitszeiten."


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