IG Metall Celle-Lüneburg
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03.12.2020, 11:12 Uhr

Neuer Gewerkschaftssekretär in Celle-Lüneburg

Neu im Team: Joachim Fährmann

  • 20.05.2020
  • Aktuelles

Zum ersten Juni gibt es einen neuen Ansprechpartner bei uns: Joachim Fährmann wird als Gewerkschaftssekretär das Team ergänzen und die Lücke füllen, die das altersbedingte Ausscheiden von Sabine Schwarz entstehen lassen wird. Wir haben ihn gebeten vorab einige Fragen zu beantworten.

 

Lieber Joachim, wir freuen uns, dass du unser - in naher Zukunft - eher junges Team in der Geschäftsstelle mit deiner Erfahrung ergänzt. Was hat dich dazu bewogen nach vielen Jahren in Wolfsburg nochmal den Einsatzort zu wechseln?

Es tut mir leid, das ich mit meinem Alter von 57 Jahren den Altersdurchschnitt der Geschäftsstelle ein wenig nach oben hebe. Aber Spaß beiseite: Ich glaube es kommt eher auf die Einstellung an, mit der Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter – egal ob Hauptamtlich oder Ehrenamtlich, an die ihnen gestellten Aufgaben rangehen. Ja, Perspektivwechsel sind eine Herausforderung, aber auch eine große Chance. Letztendlich sind die Probleme unserer Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben ähnlich gelagert, egal ob in Lüchow, Wolfsburg oder in Lehrte.

 

Was hast du bisher in Wolfsburg gemacht?

Oh, das wird jetzt ein wenig länger, aber ich versuche es mal in wenigen Worten. In meinem „ersten Leben“ war ich insgesamt 26 Jahre bei Volkswagen beschäftigt, zuletzt als Leiter des Vertrauenskörpers. 2011 wechselte ich dann – und da sind wir wieder beim Perspektivwechsel, in die Geschäftsstelle Wolfsburg. Meine Aufgaben waren u.a. Betriebsbetreuung für einen bestimmten Bereich bei Volkswagen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Geschäftsstelle, internationale Arbeit mit den Gewerkschaftshäusern in den mittel- und osteuropäischen Standorten von Volkswagen und, für mich auch persönlich bis heute sehr wichtig, die antifaschistische Arbeit mit der Wolfsburger Zivilgesellschaft und mit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim (Auschwitz), wo wir seit vielen Jahren einen Bildungsurlaub anbieten und einige gemeinsame Projekte entwickelt haben.  

 

Wie bist du zur IG Metall gekommen?

Relativ unspektakulär. Ich war eigentlich immer schon ein politischer Mensch und so bin ich bei meiner Einstellung bei VW selbstverständlich in die IG Metall eingetreten. Einige meiner Freunde waren bereits Vertrauensleute und in Leitungsfunktionen und so bin relativ schnell von meinen Kolleginnen und Kollegen zum Vertrauensmann in der Lackiererei und dann zum Sprecher meines Bereichs gewählt geworden. Ich habe dann einige Jahre die Öffentlichkeitsarbeit für die Vertrauenskörperleitung gemacht und bin dann schließlich zum VK-Leiter gewählt worden. Dabei war mir aber immer wichtig, dass ich die Erdung in meinem Bereich, dem Lack, nicht verliere.   

 

Was macht für dich eine Gewerkschaft aus?

Ohne Wenn und Aber: Solidarität! Ich habe das meinen jungen Vertrauensleuten im Bereich immer so erklärt: Wenn wir bei Volkswagen in einer tariflichen Auseinandersetzung stehen und zum Warnstreik vor dem Markenhochhaus aufrufen und es kommen nur die 2000 Vertrauensleute und die knapp 70 Betriebsräte - also die üblichen Verdächtigen - dann lacht sich der Vorstand nur schlapp und geht zum Tagesgeschäft über. Wenn aber bei einem Organisationsgrad von über 90 Prozent 25.000 Kolleginnen aus den Montagen, Werkstätten und Büros die Brocken hinwerfen und in langen Demozügen das ganze Werk stilllegen, dann hat der Vorstand kaum eine andere Wahl und muss mit uns reden. Dann haben die jungen Kolleginnen und Kollegen meistens verstanden, welches Potenzial in ihnen allen steckt, welche Möglichkeiten sie haben, wenn sie solidarisch handeln. Diese Prinzip gilt natürlich auch vor dem Werkszaun und diese Erkenntnis ist mindestens genauso wichtig.

 

Was ist für dich gute Arbeit einer Geschäftsstelle der IG Metall?

Die Mitglieder da abzuholen wo sie stehen, sie und ihre Probleme ernst zu nehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Kommunikation mit den Mitgliedern ist glaube ich ein Schlüssel für den Erfolg einer Geschäftsstelle. Aber auch die Kommunikation nach außen ist für die gute Arbeit einer Geschäftsstelle wichtig. Präsent sein in der Stadt und in der Region, sich einmischen, Stellung beziehen bei gesellschaftlichen und politischen Themen. Das zeigt die IG Metall ja ganz aktuell auch sehr gut und erfolgreich. Und nicht zuletzt braucht es ein gutes Team in der Geschäftsstelle, welches ein gemeinsames Ziel und gemeinsame Vorstellungen hat, wie dieses Ziel zu erreichen ist.

 

Hier böte sich nun noch die Frage an, was du in der Geschäftsstelle Celle-Lüneburg speziell gestalten wirst. Dafür müssen wir aber erst noch alle gemeinsam die Aufgabenteilung festlegen. In jeden Fall lassen deine Antworten darauf schließen, dass du uns eine sehr gute Ergänzung im Team sein wirst. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.


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